BMF: Auskunftsaustausch mit Luxemburg unterzeichnet und das Ende der Lohnsteuerkarte
14. Dezember 2009 von Michael Kaiser | Beitrag mailen | Beitrag drucken | Beitrag als PDF anzeigen |
Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble und sein luxemburgischer Amtskollege, Schatzminister Luc Frieden, haben am Samstag auf Schloss Senningen bei Luxemburg ein Protokoll unterzeichnet, mit dem das Doppelbesteuerungsabkommen beider Staaten aus dem Jahr 1958 geändert wird.
Hierzu erklärte das Bundesministerium der Finanzen (BMF):
Durch das Änderungsprotokoll soll das geltende Abkommen an den aktuellen Standard der OECD zum steuerlichen Auskunftsaustausch angepasst werden. Das bedeutet:
- Für die Besteuerung relevante Informationen müssen zugänglich sein. Dies gilt auch für Bankinformationen und für Informationen über Eigentümer von Gesellschaften sowie die Gründer bzw. Begünstigten anderer intransparenter Rechtsträger.
- Die Informationen müssen auf Ersuchen der zuständigen Behörde des anderen Vertragsstaates zur Verfügung gestellt werden können.
- Ein Ersuchen erfordert nicht, dass bereits ein Verdacht auf Steuerhinterziehung besteht. Erforderlich ist nur, dass ein Sachverhalt aufzuklären ist und dass die erbetenen Auskünfte und Unterlagen für die Besteuerung voraussichtlich relevant sind.
Das Protokoll bedarf zu seinem Inkrafttreten noch der Ratifizierung durch die gesetzgebenden Körperschaften. Es wird dann auf Steuerjahre, bzw. Veranlagungszeiträume anzuwenden sein, die 2010 beginnen.
Weiterhin weist das Ministeriumd arauf hin, dass die Lohnsteuer in Zukunft leichter und unbürokratischer erhoben werden soll. Hierzu wird die Lohnsteuerkarte in bisheriger Papierform durch ein elektronisches System ersetzt. Das Verfahren heißt ElsterLohn II und geht im Jahr 2012 an den Start.
Unter dem Namen ElsterLohn I werden bereits seit einigen Jahren die Daten der Lohnsteuerbescheinigung elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt. Früher wurden diese Angaben auf der Rückseite der Lohnsteuerkarte eingetragen oder als Bescheinigung aufgeklebt.
Das ElsterLohn II genannte Vorhaben soll die Lohnsteuerkarte nun vollständig ersetzen und die lohnsteuerlichen Merkmale des Arbeitnehmers nur noch über ein elektronisches System erfassen und für den Arbeitgeber zum Abruf bereitstellen.
Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale ab 2012
Zum letzten Mal: Lohnsteuerkarte aus Papier
Bundesministerium der Finanzen (BMF)




