EU und SEC einigen sich über Anerkennung von Abschlüssen an Börsen
7. Dezember 2007 von Michael Kaiser | Beitrag mailen | Beitrag drucken | Beitrag als PDF anzeigen |
Wie LexisNexis unter Berufung auf die Börsen-Zeitung meldet will die EU künftig Abschlüsse nach US-GAAP akzeptieren. Die SEC will im Gegenzug IFRS-Bilanzen an US-Börsen annehmen. EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy setzt sich dabei für weniger Bilanzierungsaufwand ein.
Die EU-Kommission will von US-Unternehmen keinen IFRS-Abschluss verlangen, sondern ihren US-GAAP akzeptieren, zitiert die Börsen-Zeitung Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy. Bereits im nächsten Jahr wollen die Brüsseler diese Entscheidung dingfest machen. Dies sei der “einzig vernünftige Weg”. Das Vorhaben wäre ein weiterer Schritt, mit dem Europäer und Amerikaner bei der Anerkennung der Rechnungslegung und Jahresabschlüssen aufeinander zu bewegen. Erst vor kurzem hatte die US-Börsenaufsicht SEC verlauten lassen, dass die IFRS-Bilanzen von europäischen Unternehmen an amerikanischen Börsen akzeptiert werden sollen. Damit können Konzerne, die sowohl in Europa als auch in den USA börsennotiert sind, den Aufwand für die Bilanzen reduzieren.
Binnenmarktkommissar McCreevy wandte sich gegen die Kritik von EU-Parlamentariern, dass die SEC nur IFRS-Bilanzen nach dem IASB zulassen will, aber nicht nach den IFRS-Regeln, die EU und die einzelnen Mitgliedstaaten abgesegnet hätten und die deshalb vom IASB-Original abweichen können. “Die Haltung der US-Aufsicht, nur einen einzigen Standard anzuerkennen, werde von Brüssel voll unterstützt”, gibt die Börsen-Zeitung McCreevy wieder. Die EU wolle “weltweit einen einzigen Rechnungslegungsstandard”. Die Parlamentarier befürchten, dass die Amerikaner durch ihre Akzeptanz der Original-IFRS mehr Einfluss auf die Arbeit des IASB und Europa nehmen wollen. McCreevy zufolge gebe es aber nur Unterschiede beim IAS 39, dem so genannten Bankenstandard, und davon sei nur ein europäisches Institut betroffen. Er forderte deshalb den Standardsetter IASB auf, den Standard zu überarbeiten, schreibt die Börsen-Zeitung.



